Stadtteileltern für Stadtteilfamilien

Worum geht es in diesem Projekt?

Seit dem Projektstart im Februar 2024 hat sich „Stadtteileltern für Stadtteilfamilien“ der Diakonie Pfalz von einer kleinen Initiative mit acht Ehrenamtlichen zu einem verlässlichen und etablierten Unterstützungsangebot im Stadtteil Hemshof/Nord und Mitte entwickelt, das heute von 23 engagierten Stadtteileltern getragen wird. Die BürgerStiftung hat sich an den Aufwandsentschädigungen der Ehrenamtlichen beteiligt.

Was sind die Ziele?

KINDER SIND DIE ZUKUNFT DER STADT

„Die Stadtteile Ludwigshafen Nord/Hemshof und Mitte sind durch eine hohe soziale und kulturelle Vielfalt geprägt. Insgesamt leben dort 6.676 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren, was rund 20 Prozent aller jungen Menschen in Ludwigshafen entspricht. Gleichzeitig weisen die Stadtteile einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Familien mit Migrationsgeschichte sowie an alleinerziehenden Haushalten auf. Besonders deutlich zeigt sich dies im Bereich der frühkindlichen Bildung: Der Anteil der Kinder bis zum siebten Lebensjahr mit Migrationsgeschichte liegt bei über 80 Prozent und damit deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Viele Familien stehen aufgrund sprachlicher, sozialer oder struktureller Barrieren vor Herausforderungen im Zugang zu Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten.
Dies äußert sich unter anderem in:
• unregelmäßigem Besuch von Kindertagesstätten und Schulen
• erschwerter Kommunikation zwischen Familien und Bildungseinrichtungen
• fehlender Orientierung im deutschen Bildungs- und Hilfesystem
• eingeschränkten Möglichkeiten zur Unterstützung der Kinder im häuslichen Umfeld
• geringer gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Vernetzung
Insbesondere kinderreiche Familien mit Migrationserfahrung benötigen häufig niedrigschwellige und kultursensible Unterstützungsangebote. Gleichzeitig stehen Kindertagesstätten, Schulen und soziale Einrichtungen vor der Herausforderung, Familien frühzeitig zu erreichen und nachhaltig einzubinden“.

(Ece Spang, Diakonie Pfalz,  aus Projektverlauf und Perspektiven)

Besonderheiten

„Seit Februar 2024 konnten bewährte Strukturen aufgebaut, Stadtteilfamilien kontinuierlich begleitet und wertvolle
Kooperationen sowie Netzwerken gestärkt werden. Heute zeigen die positive Entwicklung des Projekts sowie die anhaltende Nachfrage, dass ein hoher Bedarf an niedrigschwelligen und vertrauensbasierten  Unterstützungsangeboten mit einem kultursensiblen und einfühlsamen Ansatz für Familien im Stadtteil bestanden hat. Monatlich begleiten die Stadtteileltern durchschnittlich 5 Stadtteilfamilien und dafür wenden sie durchschnittlich 12 Stunden ehrenamtliches Engagement auf. Jede Stadtteilfamilie hat rund 3 Kinder, die von unseren Unterstützungsangebote profitieren. Hochgerechnet entspricht dies bis zu 1.104 Familienkontakten pro Jahr. Die genannten Zahlen beschreiben allerdings nicht immer die neu erreichten Stadtteilfamilien, weil die Begleitung in der Regel langfristig angelegt ist. Zwar verlassen einzelne Stadtteilfamilien das Projekt, sobald sie sich im Alltag ausreichend orientieren konnten und keine weitere Unterstützung benötigen. Gleichzeitig werden bei Bedarf neue Familien aufgenommen. Der überwiegende Teil der begleiteten Stadtteilfamilien bleibt jedoch über einen längeren Zeitraum im Projekt, wodurch stabile Vertrauensverhältnisse entstehen, und eine nachhaltige Unterstützung ermöglicht wird. Das Projekt ist nicht auf kurzfristige Einzelfallhilfen ausgerichtet, sondern auf eine kontinuierliche Begleitung von Stadtteilfamilien bis keinen Bedarf mehr besteht. Obwohl es weiterhin unser Ziel ist, möglichst viele Familien im Stadtteil zu erreichen und ihnen den Zugang zu Unterstützungsangeboten zu erleichtern, halten wir weiterhin an unserem Ansatz einer starken Beziehung mit den aktuellen Stadtteilfamilien fest.
Die häufigsten Anliegen:
– Begleitung bei Behördengängen
– Unterstützung bei schulischen Angelegenheiten
– Teilnahme und Begleitung bei Elternabenden
– Übersetzungshilfen
– Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen
– Hausaufgabenhilfe
– Vermittlung zu den Beratungsangeboten des Hauses der Diakonie
Im Verlauf des Projekts zeigte sich eine positive Entwicklung hin zu einer stärkeren Unterstützung von Kindern im Bildungsbereich. Mehrere Kinder konnten durch Netzwerkpartner zusätzliche Lern- und Förderangebote wahrnehmen. Dazu gehörten unter anderem Hausaufgabenhilfen, Leseförderung, Unterstützungsangebote für Kinder mit ADHS, Kinderbildungsangebote sowie Erste-Hilfe-Kurse für Kinder. Dadurch konnten Teilhabechancen von Kindern verbessert werden. Darüber hinaus sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Projekts die Gewinnung neuer Netzwerke sowie die intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in der Stadt.“

(Ece Spang, Diakonie Pfalz,  aus Projektverlauf und Perspektiven)

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